Tausend kleine ohrenbetäubend schreiende Monster mit lieblichen Kugelaugen

Dieser Tag war schlimm.....Meine Stimme angeschlagen, die Kinder nicht ruhig zu kriegen. Insbesondere nach der Pause waren sie nicht mehr ruhig zu kriegen. Und man kann ihnen einfach nicht böse sein. Sie sind einfach so laut, so aktiv, so schwer von Begriff, und so lieb und wunderbar. Ich war einfach zu müde, und das ist für einen Lehrer einfach nicht gut. Da fehlt die Energie für die Geduld die Aufmerksamkeit. Ich war echt am Ende, hat keine Spass gemach heute. Ich war echt froh, als die alle weg waren. Das war echt ....unbeschreiblich. Zu mancher Zeit wäre ein riesengroßer Lautsprecher, voll aufgedreht, angenehmer als 16 kleine schreiende und gellende Stimmen. Und die Diskrepanz zwischen den schnellen und etwas langsamen Schülern war heute riesig. Echt schlimm, die Einen sind noch am machen und die Anderen fragen mich schon was sie als nächstes machen können. Sie lachen viel und sind glücklich, aber ich krieg den Stoff kaum durch.

Und dann müssen sie ständig aufs Klo.... STÄNDIG!!! Und wenn einer muss, müssen auf einmal 10 andere. Und wenn man sie dann fragt ,warum sie denn ins Bad müssen, schauen sie dich mit großen Augen an und grinsen übers ganze Gesicht. Manche wollen nur die Hände waschen. Und das obwohl man weder mit Kleber noch mit sonst irgendwelchen händeschmutzigmachenden Sachen gearbeitet hat. Dann hatten sie ihre Hausaufgaben nicht, einige hatten sie, andere haben sie in der Schule gemacht. Dann fingen sie an ihre Arme in ihre Hemden einzuziehen, das ergab dann den Dominoeffekt und zum Glück konnte ich ihn noch stoppen, bevor er alle erreicht hatte.

Ich wollte nicht schreien, und so habe ich einfach gewartet und nichts gesagt. Dann habe ich angefangen ohne Worte zu sprechen. Und siehe da, es hat geklappt. Die kleine Bars in der ersten Reihe hat verstanden was ich sagen wollte und das hat sie dann laut den Anderen gesagt. Und für par Minuten war es dann still. Ich war dann so froh, überglücklich, als ihre Eltern kamen und sie abholten.

Irgendwie blieb die Stimmung, bis dann Vanessa, Haslel(USA) und ich rennen gegangen sind. Es gibt hier in der Nähe ein Stadion, .... , oder so etwas ähnliches. Und da sind wir dann gerannt, na gut, gejoggt. Haben uns schön gedehnt.....das hat gut getan. Wir waren abends um 17.00 da, es ist nur ungefähr 4 Minuten von unserem Appartement entfernt, denn um diese Uhrzeit ist es etwas kühler. Wenn das hier überhaupt möglich ist. Danach war der ganze Stress, der auf einem lag, verflogen. Hoffnung, ....das Wort bedeutete einem wieder etwas.

 

Es war echt unglaublich, ich hätte nicht gedacht ,dass Sport einem so gut tun kann. Es hat mir den Tag gerettet.

 

Und die Kinder sind ja alle so lieb und sie lieben einen. Man darf nicht schreien, denn das nehmen sie sehr persönlich. Man muss ihnen viel mehr zeigen, wie sich ihr Verhalten auf einen selbst auswirkt.

 

Erfreulich, (sieh an, es gibt immer etwas Positives auch an schlechten Tagen), dass die guten und schnellen Schüler bemerkt haben, dass es unter ihnen auch Schüler gibt, die nicht so schnell sind. Sie selbst haben sich angeboten zu helfen. Wenn es Kinder gab , die keine Schere oder kein Construction Paper hatten, gab es immer jemanden, der von sich aus anbot zu teilen.

 

Ohne darüber nachzudenken, wer die Person ist, ob man einen Nutzen davon haben wird, nicht über Herkunft, Geschlecht oder Aussehen nachzudenkend. Das ist wirklich Fakt. Kinder sind so, sie sind bedingungslos ehrlich und  bedingungslos hilfsbereit. Und wenn sie wissen, dass man sie liebt, dann reicht das schon und sie wollen dein Freund sein.

 

Wir müssen wie Kinder werden......um ins Himmelreich kommen zu können.

Kinder sind ungeschliffene Diamanten und jeder versucht ihn so zu schleifen, dass er ihn am teuersten verkaufen kann. Doch beim schleifen geht so viel verloren.

Millimeterarbeit. Manchmal denke ich, ich kann das nicht. An solchen Tagen wie heute. Und ich weiss, dass es von solchen Tagen sicher noch viele geben wird.

Wichtig ist nur, dass die guten Tage überwiegen.

Ich wünsche euch allen, die vielleicht viele solche frustrierende Tage momentan erleben, Mut machen und nicht aufzugeben. Wer weiß, wann sich die ganze Arbeit gelohnt haben wird.

21.8.08 08:36

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mila (21.8.08 21:25)
Meine liebe Martina,

ich wünsche dir ganz viel Kraft in der Arbeit mit den Kindern...das ist manchmal sehr anspruchsvoll und man braucht unheimlich viel Geduld und Weisheit...Gott möge dich damit segnen.

Deine Mila.

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